Ian „Lemmy“ Kilmister gründete Motörhead 1975, nachdem er bei der Spacerock-Formation Hawkwind seinen Hut nehmen musste. „Ich hatte die falschen Drogen genommen“, kommentierte er lapidar und schuf stattdessen einen vollkommen neuen Sound. Zwischen Hard- und Bluesrock, hartem Rock’n’Roll und frühem Heavy Metal fungierten Motörhead als Innovatoren der ‚New Wave of British Heavy Metal’, die ab Ende der 70er die Musikwelt überflutete. Mit den drei zwischen 1979 und 1980 veröffentlichten Alben „Overkill“, „Bomber“ und „Ace Of Spades“ begründeten die Briten ihre Ausnahmestellung. Alle drei Werke gehören heute zu den Klassikern des Heavy Metal. Wie groß ihr Einfluss auf andere Musiker war und ist, belegt die Tatsache, dass es bis heute elf Tribute-Alben gibt, auf denen Kollegen Motörhead-Songs interpretieren.
Trotz zahlreicher Umbesetzungen in den 80ern und 90ern sowie Auseinandersetzungen mit Managements und Plattenfirmen blieben Motörhead stets kreativ und aktiv. Etwa alle zwei Jahre erschien ein neues Album, zwischendurch gingen sie auf Welttournee und spielten mit allen wichtigen Acts aus dem internationalen Metal- und Rocksektor. Ihre Stiltreue, die ihnen bis heute mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger einbrachte, wurde insbesondere in Deutschland honoriert: Hier stieg jedes Album seit dem 1982er-Werk „Iron Fist“ in die Charts, allein neun davon in die Top 30. Dass die Truppe nichts von ihrer Intensität und Frische eingebüßt hat, bewies zuletzt die 2011 veröffentlichte Live-DVD „The Wörld Is Ours“.
Für das Thrash Metal-Genre ebenso legendär ist die zweite Band dieses angriffslustigen Rockpakets: Anthrax aus New York, die seit 1981 die amerikanische Szene des Heavy Metal mitbeherrschen. Ihr brachialer, schnell gespielter, zuweilen mit Elementen aus Alternative Rock und Speed Metal angereicherter Sound gilt als Blaupause für den modernen Thrash Metal. Die Gruppe um das einzige verbliebene Gründungsmitglied, Gitarrist Scott Ian, hat eine bewegte Karriere hinter sich. Musiker kamen und gingen, neue Stile wurden ausgelotet, immer wieder mussten sich Anthrax in veränderter Besetzung zusammenraufen, ihre Musik und das innere Bandgefüge neu justieren.
Nachdem es um Anthrax seit dem 2003er-Album „We’ve Come For You All“ still geworden war, reüssierten sie im letzten Jahr mit dem zehnten Album „Worship Music“ sowie dem wieder zusammengefundenen, stärksten Line-Up, das sie je hatten. Neben Band-Kopf Scott Ian sind nun Sänger Joey Belladonna, Gitarrist Rob Caggiano, Bassist Frank Bello und der seit 1983 konstant mitwirkende Drummer Charlie Benante mit an Bord. Mit „Worship Music“ spielten sich Anthrax zurück an die Spitze: Nicht nur die internationalen Chartplatzierungen – Nr. 12 in den USA, Nr. 13 in Deutschland – sprechen eine deutliche Sprache. Auch ihre Mitwirkung an einem der wohl bedeutendsten Heavy Metal-Events, der „The Big 4“-Tour an der Seite von Metallica, Slayer und Megadeth, untermauert ihre Ausnahmestellung, die sie bis heute bekleiden.
Quelle:

MLK.com
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